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Schutzprojekt Europäische Sumpfschildkröte

Die Schildkröte der Moore kehrt zurück

Die Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis) ist Deutschlands einzige heimische Schildkrötenart. In vielen Regionen ihres ursprünglichen Verbreitungsgebiets ist sie bereits verschwunden. Heute gibt es nur noch wenige Reliktpopulationen, vor allem in den gewässerreichen Gebieten Brandenburgs. Um den Bestand langfristig zu sichern, werden seit 2021 gezielte Wiederansiedlungsprojekte durchgeführt.

 

Erfolge durch Nachzucht und Auswilderung

Dr. Norbert Schneeweiß mit Sumpfschildkröte© Tanja M. Marotzke

Die Arbeitsgemeinschaft Natur- und Artenschutz engagiert sich für den Erhalt dieser bedrohten Art. In speziell eingerichteten Zucht- und Freilandanlagen werden junge Schildkröten aufgezogen und auf die Auswilderung vorbereitet. Im Jahr 2024 konnten 222 Jungtiere aus 41 Gelegen erfolgreich schlüpfen – ein neuer Höchstwert im Vergleich zu den Vorjahren.

Ein wichtiger Bestandteil des Projekts ist die schrittweise Wiederansiedlung in geeigneten Lebensräumen. Zwischen 2021 und 2023 wurden bereits 80 zweijährige Schildkröten in der Natur ausgesetzt. Vor der Freilassung werden alle Tiere vermessen, fotografiert und in einer Datenbank erfasst, um eine langfristige Beobachtung zu ermöglichen.

Monitoring und Herausforderungen

© Tanja M. Marotzke

Zur Bestandskontrolle und zum Schutz der Sumpfschildkröten wird ein intensives Monitoring durchgeführt. Dazu gehören regelmäßige Begehungen der Lebensräume, die Sicherung und Kontrolle von Eiablageplätzen sowie die Dokumentation von eierlegenden Weibchen. Im Jahr 2024 konnten 13 Eiablagen lokalisiert und 10 Nester erfolgreich gesichert werden. Trotz dieser Maßnahmen gingen zwei Nester durch Prädatoren oder menschliches Einwirken verloren.

Die klimatischen Bedingungen stellen eine zunehmende Bedrohung für die Art dar. Anhaltende Trockenperioden und fallende Wasserstände haben bereits mehrere Wohngewässer vollständig austrocknen lassen. Dennoch zeigt sich ein positiver Trend: Die Anzahl der im Freiland lokalisierten Gelege steigt.

 

Die Heinz Sielmann Stiftung unterstützt die Arbeit des Vereins seit vielen Jahren. Für die Projektlaufzeit von 2020 bis Februar 2025 stellte sie eine Förderung in Höhe von 51.110 Euro bereit

  • Trotz intensiven Monitorings konnten 2021 nur drei Eiablagen registriert werden, zuzüglich eines geplünderten Nestes. Das Austrocknen von Gewässern und der damit verbundene Zusammenbruch einiger Populationen sind wesentliche Gründe für diese niedrige Zahl. Insgesamt wurden in den Projektgebieten 16 Wildkameras aufgestellt, ausgelesen und die Daten dokumentiert. Dabei konnten wie im letzten Jahr etwa 30 verschiedene Arten, inklusive Wasservögel, und bis zu zehn Randsiedler oder Nahrungsgäste dokumentiert werden.

     

     

Kontakt

Arbeitsgemeinschaft Natur- und Artenschutz - AGENA e.V.

Nauener Straße 68
16833 Fehrbellin Linum

info@agnatur.net

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