Schleswig-Holstein
Die rote Felseninsel Helgoland als "geologischer Aufschluss im Meer" ist ein Wahrzeichen Deutschlands. Helgoland besteht aus zwei Inseln über einem Salzstock in der Tiefe. Während die Hauptinsel aus leuchtend rot gefärbtem Buntsandstein aufgebaut ist, besteht die "Düne" aus eiszeitlichen Ablagerungen über Muschelkalk und Kreide.
Saarland, Naturpark Saar-Hunsrück
Eine der beeindruckendsten Flussschleifen Deutschlands ist die Saarschleife bei Mettlach. Der Fluss hat sich hier, dem geringsten Widerstand folgend, einen verschlungenen Weg durch den harten Taunusquarzit gesucht und sich dabei tief in die Landschaft eingeschnitten.
Baden-Württemberg
Im Bereich der Blaubeurer Alb und des benachbarten, tief in die Karbonatgesteine des höheren Oberjuras eingeschnittenen Urdonautals gibt es eindrucksvolle Karstformen wie Höhlen, Trockentäler, Karstfelsen und unzählige Dolinen (Karsttrichter) sowie große Karstquellen, wie der berühmte Blautopf, im Ach-, Blau- und Kleinen Lautertal.
Sachsen
Seit über 1000 Jahren wird Rochlitzer Porphyr - der Stein der sächsischen Könige - in den Steinbrüchen auf dem Rochlitzer Berg gewonnen. Eine gigantische Vulkanexplosion vor 280 Millionen Jahren eruptierte ein gasreiches Magma als Glutwolke. Erst später verfestigten sich die Teilchen zu einem festen Gestein.
Bayern, Naturpark Nördlicher Oberpfälzer Wald
Der Parkstein stellt einen ehemaligen Vulkanschlot dar, der spektakuläre gebogene Basaltsäulen aufweist. Felsenkeller ermöglichen den Vorstoß ins Innere des Vulkans. Schon Alexander von Humboldt bezeichnete den Parkstein als "schönsten Basaltkegel Europas".
Sachsen, Nationalpark Sächsische Schweiz
Die Gesteine des Elbsandsteingebirges entstanden während der Oberkreide in einem schmalen Meeresarm. An der Grenze zum Tertiär wich das Meer zurück, und die Erosion begann die markanten Felsformationen freizulegen.
Bayern, Naturpark Fränkische Schweiz - Veldensteiner Forst
Die Fränkische Schweiz als typische Karstlandschaft ist bekannt für bizarre Felsformationen, Karstquellen und Höhlen. Eine imposante Felsburg aus Resten eines Riffes aus dem tropischen Jura-Meer beherrscht die Ortschaft Tüchersfeld.
Rheinland-Pfalz, Biosphärenreservat Pfälzer Wald - Nordvogesen / Naturpark Pfälzer Wald
Große Gebiete des Pfälzer Waldes werden von verschiedenen Gesteinen aus der Zeit des Buntsandsteins vor etwa 245 Millionen Jahren aufgebaut. Diese Gesteine verwittern sehr unterschiedlich. Dadurch erhielt das Wahrzeichen des Pfälzer Waldes, der 14 Meter hohe Teufelstisch, seine pilzartige Form.
Mecklenburg-Vorpommern, Nationalpark Jasmund
Das aktive Kliff an der Ostküste Jasmunds ist mit 8 Kilometern eines der längsten und mit maximal 118 Metern das höchste Steilufer in Deutschland. Bei der Kreide handelt es sich um schwach verfestigte Karbonate mit eingelagerten meist faustgroßen Feuerstein-Knollen. Etwa 1.400 verschiedene fossile Organismen sind aus Rügener Kreide bekannt.
Niedersachsen
Die über 100 Kilometer lange Karstlandschaft am Südharz ist durch lösende Kraft des Wassers in den etwa 260 Millionen Jahr alten Gesteinen der Zechsteinzeit entstanden. Highlights sind die Rhumequelle, eine der größten Karstquellen Mitteleuropas und die Einhornhöhle, berühmt für Funde von Eiszeitfauna und Artefakten bis in die Zeit der Neandertaler.
Sachsen
Vor 25 Millionen Jahren brach an dieser Stelle ein Vulkan aus. Der Stolpen stellt den Rest des Vulkanbaus aus der erstarrten Lava dar. 1546 benutzte der Wissenschaftler Georgius Agricola für die Beschreibung des Stolpener Burgberg-Gesteins zum ersten Mal den Begriff "Basalt".
Nordrhein-Westfalen
Das bizarre "Felsenmeer" ist eine komplexe Natur- und Kulturlandschaft. Sie entstand durch Verkarstung von Kalksteinen im feuchtwarmen Klima des Tertiärs vor 25 Millionen Jahren. Unlösliche Bestandteile, unter anderem Eisenerz, sammelten sich als Lehm in den Höhlen. Durch den späteren Bergbau wurden die Höhlen wieder freigeräumt.
Bayern, Naturpark Altmühltal
Das Altmühltal wird von zahlreichen Felsen aus Jurakalk gesäumt. Die Solnhofener Plattenkalke sind eine der bedeutendsten Fossillagerstätten der Welt. Hier wurden detailreiche Fossilien des Urvogels Archäopteryx gefunden. Landschaftlich besonders reizvoll ist die Weltenburger Enge, auch Donaudurchbruch genannt.
Thüringen, Naturpark Thüringer Schiefergebirge - Obere Saale
Die faszinierende, von den Bergleuten per Hand bearbeitete Steilwand in den ehemals größten Schieferbrüchen Europas sowie die historische Schachtanlage und die Schiefer-Spalthütte bilden ein großartiges Ensemble, das die Besucher in seinen Bann zieht.
Rheinland-Pfalz, Nationaler Geopark
Keine Landschaft Deutschlands ist so vom Vulkanismus geprägt wie die Eifel. Von den Ausbrüchen in geologisch jüngster Zeit zeugen zum Beispiel die Dauner Maare, der Windsborn-Bergkratersee und das Ulmener Maar, Deutschlands jüngster Vulkan, dessen Kessel durch eine gewaltige Explosion vor rund 10.000 Jahren entstand.
Thüringen
Im Tertiär konnte Wasser in Hohlräume der mächtigen Salzablagerungen des vor rund 260 Millionen Jahren gebildeten Zechsteins eindringen. Dies ermöglichte die Bildung von Salzkristallen bis einen Meter Kantenlänge: weltweit einzigartig und heute in 800 Meter Tiefe zu besichtigen.
Nordrhein-Westfalen, Naturpark Teutoburger Wald - Eggegebirge
Die Externsteine bei Horn-Bad Meinburg sind ein spektakuläres erdgeschichtliches Monument des Teutoburger Waldes. Sie bestehen aus dem Osning-Sandstein der Unterkreide und dokumentieren die gebirgsbildenden Vorgänge an der Wende von der Kreidezeit zum Tertiär . Die Schichten des Osning-Sandsteins wurden dabei beinahe senkrecht gestellt.
Hessen, Biosphärenreservat und Naturpark Hessische Rhön
Am Hang der Schafsteinkuppe in der Rhön, die aus Olivinbasalten aufgebaut wird, liegt ein ausgedehntes Blockmeer. Dies ist ein Zeugnis der Verwitterung und Umlagerung während der Kaltzeiten im Quartär.
Sachsen-Anhalt, Naturpark Harz
Die Bode hat sich im Laufe von Jahrmillionen entgegen der Hebung des Harzes bis zu 250 Meter tief in den Untergrund eingesägt. Der Bodekessel bei Thale beeindruckt durch steil aufragende Wände, Felsnadeln, Strudellöcher und Auswaschungskehlen. Mit seinem wildromantischen, mystischen Charakter hat er seit alters her die Menschen in seinen Bann gezogen.
Sachsen-Anhalt, Naturpark Harz
Entlang der Harznordrand-Verwerfung wurde der Harz um bis zu acht Kilometer gegenüber seinem Vorland gehoben. Dabei wurden ursprünglich horizontal abgelagerte Gesteine steil aufgerichtet. Der imposante Sandstein-Härtling der Teufelsmauer belegt diesen Prozess eindrucksvoll und ist eines der ältesten Naturdenkmale Deutschlands.
Brandenburg
Der Kleine Markgrafenstein ist mit einem Volumen von 180 m³ der größte Findling in Norddeutschland. Er besteht aus Karlskamm-Granit und wurde während der Saale-Eiszeit vor etwa 150.000 Jahre von Gletschern aus Südschweden nach Brandenburg transportiert. In der Nähe liegen die Reste des Großen Markgrafensteines, aus dem die weltweit größte Naturstein-Schale hergestellt wurde.
Schleswig-Holstein, Nationalpark und Biosphärenreservat Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer
Das Morsum-Kliff wird aus Schichten des Braunkohle- sowie des Eiszeitalters aufgebaut. Die teilweise leuchtend orange gefärbten Ablagerungen sind vor etwa 12 bis 2 Millionen Jahren im Meer und in Flüssen abgelagert worden. Durch die Inlandgletscher wurden die Gesteine kompliziert verbogen.
Brandenburg, Nationaler Geopark
Während der Elster-Eiszeit vor 360.000 Jahren wurden die Gesteinsschichten durch die Zunge des Muskauer Gletschers gestaucht und verfaltet. Ein Höhenzug mit mehr als 300 Seen zeichnet heute in der waldreichen Landschaft seine hufeisenförmige Gestalt nach.
Hessen, Naturpark Bergstraße-Odenwald
Das UNESCO-Weltnaturerbe Grube Messel ist ein ehemaliger Ölschiefer-Tagebau. Die Gesteine entstanden aus feinen Seesedimenten, die in einem frühtertiären vulkanischen Maar gebildet wurden. Die enthaltenen Fossilien sind weltweit bekannt.
Baden-Württemberg, Naturpark Südschwarzwald
Noch vor ca. 20.000 Jahren bedeckten mächtige Gletscher den südlichen Schwarzwald. Nach deren langsamer Abschmelzung schaffte es ein kleiner Nebenfluss des Hochrheins, die obere Donau anzuzapfen und eine bis 180 Meter tiefe Schlucht in den harten Fels zu fräsen - ein beeindruckendes Beispiel für den Kampf ums Wasser zwischen Rhein und Donau - und ein überaus reizvolles Wandergebiet durch ein offenes Buch der Erdgeschichte.
Mecklenburg-Vorpommern, Naturpark Feldberger Seenlandschaft
Die Feldberger Seenlandschaft entstand durch den Pommerschen Eisvorstoß während der Weichsel-Kaltzeit vor 15.000 Jahren. In einem Gebiet von rund 56 km² sind sämtliche Formen Gletscher-geprägter Landschaften in lehrbuchhafter Ausbildung erhalten.
Thüringen, Naturpark Thüringer Schiefergebirge / Obere Saale
Stein gewordenes Zeugnis der Kollision zweier Kontinente - die 800 Meter lange und 100 Meter hohe Steilwand mit ihren gefalteten und geschieferten Gesteinen des Oberdevons und des Unterkarbons am Bohlen ist seit über 150 Jahren internationaler Forschungsgegenstand.
Niedersachsen
In Steinbrüchen in den Rehburger Bergen wurden in den Schichten der Unterkreide zahlreiche Dinosaurierspuren gefunden, darunter auch die im Bild oben zu sehenden Fährten von Iguanodon. Die Dinosaurierfährten in Münchehagen sind wegen ihrer hohen Anzahl und guten Erhaltung weltweit einzigartig. Sie wurden 1987 unter Schutz gestellt und zum "Naturdenkmal Dinosaurierfährten" erklärt.
Nordrhein-Westfalen, Naturpark Siebengebirge
Das Siebengebirge und der gegenüber liegende Rodderberg entstanden durch intensiven Vulkanismus im Tertiär und Quartär. Auf engstem Raum sind hier sehr viele verschiedene vulkanische Gesteine und Erstarrungsformen zu sehen.
Baden-Württemberg
Der Kaiserstuhl ist ein kleines Vulkangebirge in der südlichen Oberrheinebene. Die Abtragung seit den Ausbrüchen im Jungtertiär erlaubt einen Blick in das subvulkanische Zentrum, also das Innere dieses Vulkans. Hier kommen unter anderem auch die weltweit seltenen Karbonatite vor - ein an Calcium und Karbonat reiches erstarrtes Magma.